Krebsvorsorge beim Frauenarzt – Früherkennung Gebärmutterhalskrebs
Gebärmutterhalskrebs ist vermeidbar – wenn Zellveränderungen rechtzeitig erkannt werden. Regelmäßige Krebsvorsorge beim Frauenarzt ist dafür entscheidend. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt zwar eine jährliche Vorsorgeuntersuchung, doch der Umfang variiert je nach Alter und deckt nicht alle wichtigen Bereiche ab.

Krebsvorsorge für gesetzlich Versicherte: Was wird übernommen?
Vorsorge vom 20. bis 35. Lebensjahr
Die gesetzliche Krankenversicherung sieht für Frauen zwischen 20 und 35 Jahren folgende jährliche Vorsorgeuntersuchungen vor:
- Vaginale Tastuntersuchung
- PAP-Abstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs
Der PAP-Abstrich gewinnt Zellen vom Gebärmutterhals, die im zytologischen Labor auf Veränderungen untersucht werden. Diese Untersuchung dient jedoch ausschließlich der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Die restliche Gebärmutter oder die Eierstöcke können damit nicht untersucht werden.
Zusätzliche Vorsorge ab 30 Jahren
Ab dem 30. Lebensjahr gehört die Tastuntersuchung der Brust zur jährlichen Krebsvorsorge. Zudem ist eine Verhütungsberatung vorgesehen, falls gewünscht.
Vorsorge ab 35 Jahren: Wichtige Änderungen
Ab dem 35. Lebensjahr ändert sich die Krebsvorsorge bei gesetzlich Versicherten deutlich:
- Der PAP-Abstrich wird nur noch alle drei Jahre angeboten
- Die Untersuchung erfolgt mittels Dünnschichtzytologie kombiniert mit einem HPV-Test
- Sind beide Tests negativ, übernimmt die Krankenkasse zwar weiterhin jährlich die Krebsvorsorge – allerdings nicht mehr den PAP-Abstrich oder HPV-Test
Die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab 35 besteht dann nur noch aus:
- Inspektion der Schleimhäute von Vulva, Vagina und Gebärmutterhals
- Abtasten des Unterleibs
- Abtasten der Brust
Grenzen der kassenärztlichen Krebsvorsorge
Die vaginale Tastuntersuchung kann die restliche Gebärmutter und die Eierstöcke nur sehr oberflächlich untersuchen. Eine vaginale Ultraschalluntersuchung ist in der kassenärztlichen Vorsorge niemals vorgesehen – sie ist jedoch wichtig und fast die einzige Möglichkeit, Erkrankungen jenseits des Gebärmutterhalses früh zu erkennen.
Empfehlung: Jährlicher Abstrich als IGeL-Leistung
Wir empfehlen auch ab 35 Jahren die jährliche Abstrichuntersuchung als sogenannte IGeL-Leistung wahrzunehmen. Sie können wählen zwischen:
Konventioneller PAP-Abstrich:
- Laborkosten: ca. 12,50 Euro
- Verwaltungsaufwand Praxis: 13,00 Euro
- Gesamt: ca. 25,50 Euro
Dünnschichtzytologie (Thin Prep):
- Gesamt: ca. 38,00 Euro
- Laborkosten: ca. 25,00 Euro
- Verwaltungsaufwand Praxis: 13,00 Euro
Was ist Dünnschichtzytologie?
Die Dünnschichtzytologie ist ein verbessertes Verfahren der Zellgewinnung des Abstriches. Die Zellen können damit besser im Mikroskop untersucht werden, es gibt weniger Zellüberlagerungen – die Aussagekraft ist somit deutlich besser. Allerdings ist dieses Verfahren im Labor aufwendiger und deswegen kostenintensiver.
HPV-Infektion: Ursache für Gebärmutterhalskrebs
HPV-Infektion: Ursache für Gebärmutterhalskrebs
Was ist HPV?
HPV steht für Humanes Papilloma Virus. Die Übertragung des Virus erfolgt durch Sexualkontakte. Es gibt viele verschiedene Virentypen:
- Einige verursachen lediglich Feigwarzen, welche zwar nicht gefährlich, aber doch lästig sind
- Einige – darunter vor allem HPV Typ 16 – können bei langjähriger Infektion zu Gebärmutterhalskrebs führen
Wie häufig sind HPV-Infektionen?
Eine HPV-Infektion ist nichts Ungewöhnliches:
- 80% sexuell aktiver Menschen haben mindestens einmal im Leben eine HPV-Infektion
- Bei fast allen Menschen, die sexuell aktiv sind, ist eine HPV-Infektion über eine gewisse Zeit nachweisbar
- Im Schnitt besteht eine solche Infektion rund 6 Monate
HPV und Krebs
Umgekehrt kann gesagt werden, dass Gebärmutterhalskrebs fast immer auf eine HPV-Infektion zurückgeht. Eine HPV-Infektion führt jedoch nur in seltenen Fällen zu Krebs. Meist ist der Körper in der Lage, das Virus wieder zu heilen.
Auch bei Männern kann eine Infektion zu Krebs im Genitalbereich führen. HPV-bedingte Krebserkrankungen finden sich auch im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Meist sind hier eher Männer im mittleren Alter betroffen.
Jetzt Termin vereinbarenHPV-Impfung: Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
Die HPV-Impfung wird für Jugendliche – Jungen und Mädchen – ab 9 Jahren angeboten. Bitte nehmen Sie diese Impfung unbedingt wahr!
Kostenübernahme der HPV-Impfung
- Vor dem 18. Lebensjahr: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Impfung vollständig
- In der Regel erfolgt die Impfung über die Kinderärzte
- Nach dem 18. Lebensjahr: Die Impfung ist zwar auch noch sinnvoll, muss aber in der Regel selbst übernommen werden
Bedeutung der HPV-Impfung
Würde es in Deutschland eine flächendeckende Impfung geben – die es leider noch nicht gibt – gäbe es praktisch keine HPV-assoziierten Krebserkrankungen mehr!
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Häufig gestellte Fragen zur Krebsvorsorge
Ab 35 Jahren wird der PAP-Abstrich mit dem HPV-Test kombiniert. Sind beide Tests negativ, gilt die Untersuchung als ausreichend sicher für drei Jahre. Die jährliche Tastuntersuchung bleibt jedoch bestehen.
Die Kassenleistung deckt nicht die Untersuchung der restlichen Gebärmutter und der Eierstöcke ab. Hierfür ist eine vaginale Ultraschalluntersuchung notwendig, die als IGeL-Leistung separat bezahlt werden muss.
Wir empfehlen die jährliche Abstrichuntersuchung auch ab 35 Jahren, um eine lückenlose Früherkennung zu gewährleisten. Sie können zwischen konventionellem PAP-Abstrich und Dünnschichtzytologie wählen.
Regelmäßige Vorsorge rettet Leben. Kontaktieren Sie uns für Ihren persönlichen Vorsorgetermin.
